Eine kurze Entwicklungsgeschichte des Schuhs

 

Bereits die Neandertaler trugen Schuhe

Schuhe spielen in einem evolutionären Zeitraum betrachtet eine sehr geringe Rolle. Zur Zeit der Neandertaler wurden vermutlich Tierfelle zum Schutz der Füße und der Waden vor Kälte genutzt, Stiefel sind ein Ergebnis dieser Entwicklung. Das Binden oder Schnüren von Schuhen kam erst zum Ende der Neandertaler-Epoche hinzu, Werkzeugfunde aus dieser Zeit stützen diese Theorie.

Der Homo Sapiens griff möglicherweise von Anfang an auf schuhähnliche Kleidung zurück, was sich an den unterschiedenen Knochenstrukturen der Zehen erkennen lässt, die Schuhe selbst wurden an keinen Skeletten mehr gefunden, da die verwendeten organischen Materialien verrottet sind.

Der Siegeszug beginnt vor 10.000 Jahren

Nur etwa 10.000 Jahre alt sind die ältesten gefundenen Schuhe, es gibt Funde von Sandalen in Nordamerika und Lederschuhe in der heutigen Schweiz (ca. 6.400 Jahre alt), etwas neuer ist der älteste gefundene und vollständig erhaltene Lederschuh in Armenien.

„Ötzi“ hatte bereits einen für das kalte Hochgebirgsklima optimierten Schuh aus Rindleder oben (Nässeschutz) und Bärenfell (wärmende Sohle) und er hatte sogar überkreuzte Lederriemen an der Sohle und damit eine erste Form eines Sohenprofils zur besseren Haftung auf rutschigem Untergrund. Darüber hinaus wurde der Schuh zur Isolierung von innen mit Gras und Heu verstärkt und ausgestopft.

Vom Spezialartikel zum Standard

Schnabelschuhe in verschiedenen Ausprägungen

Spätestens in der Antike wurden Schuhe dann salon- und alltagsfähig, seien es die Zehenstegsandalen der Ägypter oder bei den Byzantinern Pantoffeln und geschlossene Schuhe.
Die ersten modischen Ansprüche an Schuhe werden dann im Mittelalter deutlich, sei es in Form der Schnabelschuhe oder den ersten Stiefeln. Schuhe mussten spätestens ab dieser Zeit mehr sein als zweckmäßig und schützend.

Die ersten Absätze wurden eingeführt

Die erste ergonomisch gravierende Abkehr vom Barfußgehen kam mit den Absätzen, die beispielsweise durch Holzsohlen erreicht werden konnten. Es gibt Funde von sog. Trippen aus dem 13. Jahrhundert, bei denen es sich im eine Art Holzsandale mit Lederriemen handelte. Ähnliche Konstruktionen findet man auch in Japan und im Orient.

Bis zu 40cm hohe Plateausohlen

Bis zu 40cm hohe Plateausohlen

Diese erhöhten Schuhe wurden häufig als Überschuhe zu dünnen Lederschuhen auf den Straßen genutzt und beim Betreten von Gebäuden ausgezogen. Vor ca. 600 Jahren begann der Siegeszug der Plateauschuhe für Frauen in Spanien und setzt sich in weiten Teilen Europas fort, eine besonders extreme Form stellen die Chopine mit bis zu 40cm hohen Plateausohlen dar. Zum Gehen brauchte man allerdings Hilfe von anderen, zu wacklig war der Stand um damit alleine gehen zu können.

Der endgültige Durchbruch von Absätzen kam dann im 17. Jahrhundert, Männer wirkten dadurch größer und Frauen versprachen sich dadurch einen attraktiveren Gang – die Motorik des Gehens wird durch hohe Absätze signifikant verändert.

Linker oder rechter Schuh?

Einballiger Trachtenschuh Abb. 2: Zweiballige Meyersche Linie Abb. 3: Moderne Brandsohle

Einballiger Trachtenschuh
Abb. 2: Zweiballige Meyersche Linie
Abb. 3: Moderne Brandsohle

Zu einer Anpassung des Schuhs an den jeweiligen Fuß kam es erst relativ spät, erste Funde gibt es zwar bereits aus der Antike, im 17. Jahrhundert ging dieses Wissen jedoch verloren und erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts etablierte sich die Unterscheidung zwischen Rechts und Links im Schuhbau – mit einem kleinen Haken. Die durch den Anatomen Georg Hermann Meyer entwickelte Meyersche Linie basierte auf einer Achse von der Ferse zum Ballen des großen Zehs und vernachässigt eine möglichst gleichmäßige Gewichtsverteilung auf den gesamten Vorderfuß bis hin zum Kleinzehballen. Heutzutage verläuft die Achse deshalb von der Ferse zum Ballen des zweiten Zehs eher mittig, wie auf der nebenstehenden Skizze anhand der modernen Brandsohle deutlich wird.

Der Siegeszug des Sportschuhs

Die Entwicklung von Sportschuhen oder Sneakers begann erst in den 1960er Jahren und nahm in den 1980er Jahren richtig Fahrt auf. Erste Modelle gibt es allerdings seit Anfang des 20. Jahrhunderts, in den 1920er Jahren wurde die „Gebrüder Dassler Schuhfabrik“ gegründet, aus der die deutschen Traditionshersteller Adidas und Puma hervorgegangen sind.

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Schuh#Geschichte

http://www.headoverheelshistory.com

http://m.livescience.com/4964-shoes-worn-40-000-years.html

http://www.evivam.de/life/fitness/tipps/barfussschuhe-101795.html

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